Wie Licht im Hirschen-Badehaus den Tag weiterschreibt

In Schwarzenberg dockt das neue Badehaus an den historischen Hotel Gasthof Hirschen an, ohne sich vorzudrängen. Eine zeitgenössische Spa-Architektur, deren Wirkung wesentlich aus dem Licht kommt. Foto: Jessica Machon In Schwarzenberg dockt das neue Badehaus an den historischen Hotel Gasthof Hirschen an, ohne sich vorzudrängen. Eine zeitgenössische Spa-Architektur, deren Wirkung wesentlich aus dem Licht kommt. Foto: Jessica Machon
In Schwarzenberg dockt das neue Badehaus an den historischen Hotel Gasthof Hirschen an, ohne sich vorzudrängen. Eine zeitgenössische Spa-Architektur, deren Wirkung wesentlich aus dem Licht kommt. Foto: Jessica Machon

Im denkmalgeschützten Kern von Schwarzenberg hat das Hotel Hirschen sein Ensemble um ein Badehaus erweitert. Der Neubau von NONA Architektinnen ist dort am stärksten, wo Spa-Architektur oft ins Ungefähre abgleitet: bei der Frage, wie Holz, Tageslicht und künstliches Licht so zusammenfinden, dass aus Stimmung tatsächlich Raum wird.

Dimmbare Strahler und Downlights von Deltalight halten sich zurück und tun genau deshalb, was sie sollen: Sie beruhigen die Spa- und Ruhezonen, nehmen Blendung heraus und schärfen den Blick für den Raum. Foto: Jessica Machon
Dimmbare Strahler und Downlights von Deltalight halten sich zurück und tun genau deshalb, was sie sollen: Sie beruhigen die Spa- und Ruhezonen, nehmen Blendung heraus und schärfen den Blick für den Raum. Foto: Jessica Machon

Kein Haus, das um Aufmerksamkeit bittet

Die Lamellen bewegen sich. Mehr muss dieses Haus zunächst nicht sagen. Sie lassen Blicke hinaus, dämpfen Blicke hinein und erledigen damit etwas, woran viele Wellnessbauten scheitern: Privatheit, ohne sich abzuschotten. Hinter dem historischen Ensemble des Hirschen steht also kein Effektkörper, kein Architektur-Selfie in Holz, sondern ein Bau mit markanter, vom Walmdach abgeleiteter Form, dicht an der Nachbarschaft, genau gesetzt, mit jener Ruhe, die man nicht planen kann, wenn man sie zu sehr will.

Rechts die „Bademantelbar“, daneben der Abgang ins Wälderhaus. Barbara Gilhaus-Sturn orientierte die Lichtplanung am Verlauf des Tageslichts – Kunstlicht setzt hier nicht dagegen, sondern führt fort. Foto: Jessica Machon
Rechts die „Bademantelbar“, daneben der Abgang ins Wälderhaus. Barbara Gilhaus-Sturn orientierte die Lichtplanung am Verlauf des Tageslichts – Kunstlicht setzt hier nicht dagegen, sondern führt fort. Foto: Jessica Machon

Peter und Pia Fetz, die den Hirschen in zehnter Generation führen, haben diesen Eingriff als Fortsetzung eines gewachsenen Ortes beschrieben, nicht als Befreiungsschlag. Das klingt erst einmal nach dem üblichen Satz aus dem Vokabular behutsamer Bauherrschaft. Hier trägt er weiter. Das Badehaus ergänzt das Haus um Spa, Sauna, Massageräume, Garten und Pool, ohne dem Bestand die Hauptrolle streitig zu machen. Gerade darin liegt seine Manier: Es will dazugehören, nicht überragen.

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Von oben fällt das Tageslicht großzügig ein, darunter setzen Einbauleuchten der Serie Spy blendfreie Akzente. So entsteht kein Spektakel, sondern ein klar lesbarer Raum. Foto: Angela Lamprecht
Von oben fällt das Tageslicht großzügig ein, darunter setzen Einbauleuchten der Serie Spy blendfreie Akzente. So entsteht kein Spektakel, sondern ein klar lesbarer Raum. Foto: Angela Lamprecht

Der eigentliche Luxus ist der Tagesverlauf

Wichtiger als jede einzelne Leuchte ist in diesem Projekt die Choreografie. Barbara Gilhaus-Sturn von ARCHILUM orientiert die Lichtplanung am Verlauf des Tages: tagsüber höhere Lichtniveaus, abends gedimmt und wärmer, damit auch innenliegende Bereiche nicht in jene halb sakrale Spa-Dunkelheit kippen, die gern mit Atmosphäre verwechselt wird. Das ist die klügere Form von Zurückhaltung. Ruhe entsteht nicht aus Finsternis, sondern aus Lesbarkeit.

Eine zentrale Wendeltreppe aus Massivholz führt hinauf in die oberen Ruheräume. Die Hedra-Wandleuchten von Deltalight werfen ihr Licht nach oben und unten – funktional, präzise und als schwarzer Akzent im allgegenwärtigen Holz. Foto: Jessica Machon
Eine zentrale Wendeltreppe aus Massivholz führt hinauf in die oberen Ruheräume. Die Hedra-Wandleuchten von Deltalight werfen ihr Licht nach oben und unten – funktional, präzise und als schwarzer Akzent im allgegenwärtigen Holz. Foto: Jessica Machon

Kein Drama. Kein Gold. Kein Wellnessnebel. Stattdessen versucht das Konzept, den Tag künstlich weiterzuschreiben – mit Dim-to-Warm-Leuchten, deren Farbtemperatur beim Dimmen wärmer wird, und mit einer Lichtführung, die die Holzoberflächen nicht anstrahlt wie Ware, sondern ihre handwerkliche Genauigkeit freilegt, während Oberlichter, Glasflächen und die massive Holzstiege dem Licht zugleich Widerlager und Bühne geben.

Blick ins Rooftop-Loft des Wälderhauses. Auch die Suiten setzen durchgängig auf Leuchten von Deltalight, vor allem auf warmtonig dimmbare Strahler der Spy-Familie. Foto: Jessica Machon
Blick ins Rooftop-Loft des Wälderhauses. Auch die Suiten setzen durchgängig auf Leuchten von Deltalight, vor allem auf warmtonig dimmbare Strahler der Spy-Familie. Foto: Jessica Machon

Präzision statt Blendwerk

Im Projektmaterial werden warmtonige, dimmbare Strahler der SPY-39-Familie sowie Deep-Ringo-Downlights genannt. Interessanter ist die Absicht dahinter: geringe Blendung, ruhige Szenen, Orientierung ohne Härte. Es wurde eine eigens konfigurierte Variante später sogar in das reguläre Sortiment von Deltalight übernommen. Man kann das als kleine Fußnote der Industrie lesen. Oder als Hinweis darauf, dass hier nicht einfach Leuchten verteilt, sondern Probleme sauber gelöst wurden.

Licht als Ordnungssystem: In den Suiten und Apartments des Wälderhauses geben weiße Spy-Strahler den Räumen Struktur, Tiefe und jene ruhige Atmosphäre, die nicht dekoriert, sondern trägt. Foto: Jessica Machon
Licht als Ordnungssystem: In den Suiten und Apartments des Wälderhauses geben weiße Spy-Strahler den Räumen Struktur, Tiefe und jene ruhige Atmosphäre, die nicht dekoriert, sondern trägt. Foto: Jessica Machon

So arbeitet dieses Badehaus gegen einen alten Fehler der Branche: gegen die Vorstellung, Ruhe müsse vor allem weichgezeichnet sein. Hier ist sie gebaut, geschichtet, gedimmt, präzise gesetzt. Das Licht tritt zurück. Das Material bleibt. Und der Ort gewinnt, gerade weil niemand versucht hat, ihn zu überreden.

In den Suiten des Wälderhauses sitzen Downlights der Serie Deep Ringo in der Decke. Die tief eingesetzte LED reduziert direkte Blendung – das Licht bleibt funktional, angenehm und auffallend unaufgeregt. Foto: Jessica Machon
In den Suiten des Wälderhauses sitzen Downlights der Serie Deep Ringo in der Decke. Die tief eingesetzte LED reduziert direkte Blendung – das Licht bleibt funktional, angenehm und auffallend unaufgeregt. Foto: Jessica Machon
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