Wer durch das Dichterviertel Madrids flaniert, stolpert nicht selten über das ein oder andere architektonische Zitat aus vergangener Grandezza. Doch was sich nun unter dem ehrwürdigen Dach des ehemaligen Westin Palace Hotels offenbart, ist mehr als bloße Restaurierung – es ist eine stilvolle Renaissance im Gewand der Gegenwart.

Das The Palace, a Luxury Collection Hotel, Madrid zeigt sich nach zweijähriger Verwandlung nicht nur als Hommage an eine glanzvolle Vergangenheit, sondern auch als sinnlich durchdachte Bühne für neue Geschichten.

Zwischen Glaskuppel und Zauberwald
Manchmal sind es die Details, die einen Ort unvergesslich machen – in diesem Fall 1.875 davon. So viele Glasscheiben zählt die ikonische Kuppel des Hauses, die mit akribischer Hingabe demontiert, restauriert und wieder zusammengesetzt wurde. Dabei ist sie nicht allein. Auch die Fassade in warmem Terrakotta und die floralen Reliefs aus dem Jahr 1912 leuchten wieder in alter Frische, als hätte man ihnen die Patina der Zeit sanft aus dem Gesicht gewischt.

Im Inneren hat das Studio Lázaro Rosa-Violán ein Märchen in Szene gesetzt: Wollteppiche voller Fabelwesen, illusionistische Wandbilder und hölzerne Boiserien, die eher an einen magischen Wald als an ein Stadtpalais erinnern. Gäste sollen sich – so die Idee – nicht nur willkommen fühlen, sondern verzaubert. Der Zauber erstreckt sich über 470 Zimmer, deren handbemalte Tapeten den nahegelegenen Retiro Park zitieren, während Badfliesen den Botanischen Garten aus der Vogelperspektive zeigen.

Eine Bühne für die Stadt, ihre Geister und Gäste
Es ist nicht nur das Design, das eine Brücke zwischen den Jahrhunderten schlägt – es ist die Aura. Man erzählt sich, dass Hemingway hier seinen Drink nahm, Picasso skizzierte und Mata Hari womöglich mehr als nur Geschichten hinterließ. Diese legendenhafte Gästeliste hat das Hotel nun in flüssige Form gegossen: Die neu konzipierte Bar „27 Club“ versteht sich als Ode an die Dichtergeneration von 1927 – mit Cocktails, die klingen wie Kapitel eines Romans. „Un Americano en el Prado“, „Whisky Sour 1927“ oder der „Caribbean Cocktail Champagne“ – das ist nicht nur Mixologie, das ist narrative Gastronomie.

Das Restaurant La Cúpula unter der wiedererstrahlten Glaskuppel fügt sich nahtlos ein in diese Dramaturgie. Hier trifft kastilisches Leder auf Teppiche aus dem 16. Jahrhundert, flankiert von Gemälden, die den Raum wie eine Galerie umarmen. Die Küche? Eine geschmackvolle Zeitreise, die bei Pablo Picassos Waldorf-Salat beginnt und bei Julio Cambas’ Steak Tartare nicht endet.

Tradition, die nicht im Gestern verharrt
Es ist der feine Unterschied zwischen konservieren und kuratieren, den das The Palace mit beneidenswerter Leichtigkeit trifft. Die neue Uniformenkollektion von Juanjo Oliva – klassisch, aber mit modischem Understatement – fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein: zeitlos statt zeitgeistig, elegant statt extravagant. Hier wird nicht prätendiert, hier wird erzählt. Nicht aufgedrängt, sondern enthüllt.

Ein Hauch von Ewigkeit
Das The Palace, a Luxury Collection Hotel, Madrid ist mehr als ein Grandhotel – es ist ein kunstvoll inszenierter Dialog zwischen Historie und Gegenwart, der mit jedem Schritt durch seine Hallen weitergeführt wird. Wer das Glück hat, hier zu verweilen, erlebt nicht nur ein Hotel, sondern eine stimmungsvolle Erzählung aus Licht, Glas, Stoff und Geschichten.
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